ECOLE 2018 - was war - was wird

Auch bei ECOLE naht das Jahresende mit Riesenschritten – Zeit für eine kurze Rückschau und einen ersten Ausblick auf das nächste Jahr. Auch wenn es zunächst nicht so erscheint, war das Jahr 2018 ein spannendes und ein bedeutsames für ECOLE. Es ist uns in vielerlei Hinsicht gelungen, eine gute Ausgangsbasis für die zukünftigen Jahre zu legen – dazu heute einige Gedanken von mir.

„Das Beste an unseren Schulen ist der Unterricht“ – dieser Spruch hing lange Jahre im Zimmer unserer stellvertretenden Schulleiterin, Frau Neuhaus-Hardt. Und in der Tat ist der Unterricht auch das Wichtigste an einer Schule. Um ihn zu gewährleisten, braucht es motivierte und leistungsbereite Schüler, es braucht jedoch auch ausreichend viele und gute Lehrkräfte – heute keine Selbstverständlichkeit mehr. Insofern freut es mich außerordentlich, dass es uns auch in diesem Jahr gelungen ist, eine gute Unterrichtsversorgung zu gewährleisten. Unser Erfolgsrezept? „Eine gute Unterrichtsversorgung ist kein Zustand, sondern ein Prozess“.  Wir haben akzeptiert, dass wir uns in einem dynamischen Umfeld bewegen und uns darauf eingerichtet. Offensichtlich macht es der Mix: aus qualitativ attraktiven Arbeitsbedingungen, aus einer finanziell soliden und zudem leistungsgerechten Vergütung, aus einer anspruchsvollen und gut begleiteten Ausbildung von Referendaren sowie einer maßvollen und konsequent auf Qualität ausgerichteten Ausbildung von Quereinsteigern. Wir haben unlängst innerhalb von vier Wochen die Ausbildung von drei Referendaren abschließen können, von denen zwei die Traumnote 1,0 erhielten – das ist kein Zufall.

Ein Ergebnis ist das erneut ausgezeichnete „1,77“ Abiturergebnis, welches die jahrelange Ausbildung von der Grundschule bis zum Abitur krönt und die Positionierung von ECOLE in der Champions League der sachsen-anhaltinischen Schulen verankert. Dabei ist immer wieder wichtig zu betonen, dass das Abiturergebnis nicht durch ‚Aussortieren‘ von ‚leistungsschwachen‘ oder ‚schwierigen‘ Schülern entsteht. Die gemeinsame Entscheidung der Eltern und der Schule über den Bildungsweg ECOLE bedeutet für beide Seiten ein Versprechen und eine hohe Verantwortung. Ich habe mich davon überzeugen können, dass tatsächlich um Schüler intensiv, ja teilweise schmerzhaft, gerungen wird und – solange die Eltern mit uns an einem Strang ziehen – dies auch außerordentlich erfolgreich ist.

All das macht ECOLE aus und ich freue mich, dass es uns in diesem Jahr gelungen ist, die Vielfalt und die Dynamik von ECOLE nachhaltig sichtbar zu machen. Die Webseiten und der Twitter-Account bieten interessante und frische Informationen und laufen auf Hochtouren derzeit mit ca. 3.000 Klicks am Tag. Aber Zahlen sind nur Mess-Werkzeuge, in Wahrheit geht es um die Vielfalt der Bildungsangebote, der Wettbewerbe, der Erfolge und um die Erlebnisse für den einzelnen Schüler – das alles formt Bildung. Dahinter steht gleichermaßen Organisation und Kreativität, Konsequenz und Liberalität, Professionalität und  Enthusiasmus sowie immer wieder Anerkennung und Wertschätzung. Jeder der an diesem Prozess Beteiligten bringt sich auf seine Weise, mit seinen Erfahrungen, seinen Perspektiven und mit seinen Stärken in diesen Prozess ein. Gleichzeitig akzeptieren wir die Unterschiedlichkeit der Erfahrungen, der Perspektiven und der Stärken und auch der Schwächen – das macht die Bildung zum Weltbürger aus.

Dieses Bildungsangebot braucht eine solide Basis – genau dafür gibt es die ECOLE Stiftung. Nicht umsonst steht die französische Entsprechung ‚fondation‘ gleichermaßen für ‚Stiftung‘ und ‚Fundament‘.

Auch in der Weiterentwicklung der ECOLE Stiftung konnten wir in diesem Jahr wichtige Meilensteine absolvieren und unsere Basis stabilisieren. Anders als anderen Akteuren mit offenbar politisch ‚guten Beziehungen‘ wurden uns die Aufbaujahre der Grundschule und des Gymnasiums nicht finanziert und anders als andere Akteure naschen wir nicht vom ‚süßen Gift‘ der staatlichen Förderungen. Wir ziehen das AbiBac-Programm in bisher ungesehenen Größenordnungen durch und erhalten nicht – wie staatliche Schulen – dafür Personalstellen. Wir entwickeln echte Bildungsinnovationen ohne Förderung des Landes – dafür fragen wir nicht um Erlaubnis sondern ‚machen‘ einfach - das bedeutet „Freier Träger“ wirklich.

Trotzdem ist es uns gelungen, die siebenstelligen Anlaufverluste der Anfangsjahre nahezu abzubauen. Mehr noch: wir konnten auf der Basis grundsolider wirtschaftlicher Ergebnisse die Kredite für den Schulneubau des Internationalen Gymnasiums zu sehr guten Konditionen bereits jetzt bis 2031 vertraglich neu vereinbaren – Dank dafür an die Deutsche Kreditbank AG, die Gemeinde Barleben und auch an die ARGE Industriebau. Alles in allem – die Stiftung hat einiges an Hausaufgaben erledigt.

Eine wichtige Hausaufgabe bleibt mir jedoch noch zu tun: Es sollte die vornehmste Aufgabe jedes Chefs sein, sich ersetzbar zu machen. Die bisherige Konstellation eines nebenberuflichen Vorstandes hat offensichtlich gut funktioniert, macht jedoch die Stiftung von individuellen - eher zufälligen - persönlichen Konstellationen abhängig. Denn: Auch wenn die Aufgabe als Stiftungsvorstand hochinteressant ist, bin ich gleichzeitig für ein mittelständisches Unternehmen im hochdynamischen IT-Sektor verantwortlich. ECOLE war mir immer Herzenssache - wenn auch nur im Nebenberuf. Dies wollen wir ändern und genau jetzt ist ein guter Zeitpunkt dafür. Deshalb wird der Stiftungsrat auf meinen Vorschlag hin in diesen Tagen die Stelle des Stiftungsvorstandes neu ausschreiben. In diesen Prozess bin ich aktiv eingebunden und begleite ihn gern. Drücken Sie uns die Daumen, dass wir gute Kandidaten finden und die Stelle geeignet besetzen können. In jedem Fall – insbesondere bei einer erfolgreichen Besetzung bleibe ich der Stiftung natürlich weiterhin mit Rat und Tat erhalten.

So, genug Rück- und Ausblick; wenden wir uns nun gelassen dem Jahresend-Trubel zu. Vorher bedanke ich mich bei Allen, die am Erfolg der ECOLE in diesem Jahr mitgewirkt haben – Schülerinnen und Schüler, deren Eltern, Lehrerinnen und Lehrer, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Mitgliedern des Fördervereins und letztlich bei meinem Aufsichtsgremium – dem ECOLE Stiftungsrat.

Ich wünsche Ihnen einen möglichst stressarmen Jahresausklang, hoffentlich ein schönes Weihnachtsfest im Kreise Ihrer Familie und einen guten Start in das Jahr 2019

Herzlichst

Marco Langhof
Vorstand
ECOLE Stiftung