Willkommen bei der Fachschaft Latein!

Salvete amici linguae Latinae!

Der Lateinunterricht gelte oftmals noch als „Paukfach“, in dem Vokabellernen, Formenbestimmungen und das Übersetzen das zentrale Anliegen ist. Doch der moderne und schülerzentrierte Lateinunterricht an der Ecole bietet neben der Schulung des logischen Denkens viel mehr: 

Interkulturalität und Sprach- und Textverständnis sind die Kompetenzen, um als Weltbürger die Welt zu verstehen

Die eigene Kultur verstehen und andere Kulturen erfahren sind in der heutigen globalisierten Welt eine Grundvoraussetzung für ein gesellschaftliches Miteinander. Latein vermittelt kulturelle Grundbegriffe, die bis heute in den Bildern der Alltagssprache, in den Themen der Literatur und in der Kunst präsent sind. So wird durch Verständnis die Freude an Kunst und Literatur geweckt.
Anders als in modernen Fremdsprachen eröffnet Latein durch die griechisch-römische Sagenwelt und Geschichte sowie die antike Philosophie einen Zugang, eine fremde Kultur mit der eigenen zu vergleichen. Diese Kontrasterfahrungen bieten eine besondere Chance, den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit zu geben, sich durch ein kritisches Hinterfragen die eigene Gegenwart zu begreifen. Denn durch die eigene Distanz zu der Antike ermöglicht der Lateinunterricht eine objektive Auseinandersetzung mit gegenwärtigen Problemen in Deutschland, in Europa und in der Welt. Dank eines „Umweges durch die Antike“ können Schüler, ohne einen direkten Konflikt zu riskieren, über Werte, Normen und Erfahrungen diskutieren. Dadurch entwickelt sich ein Verständnis für Diversität. Auch werden insbesondere Analyse- und Reflexionskompetenzen geschult, die im Verlauf der Lehrjahre weitere Bereiche (historische und gesellschaftliche Prozesse und Strukturen) begünstigen. Denn schon in der Antike beschäftigte man sich mit komplexen und gegenwärtigen Problemen: Entstehung eines Krieges? Organisation eines Staates?
Neben dem kulturellen Schwerpunkt sind auch das Sprach- und Textverständnis sowie die Sprach- und Textreflexion grundlegende Bestandteile des Lateinunterrichts. Denn Latein fördert im Gegensatz zu modernen Fremdsprachen eine intensive sprachliche Reflexion. Zum Grundlagenwissen für Sprachen gehören auch die grammatischen Grundbegriffe: Die Termini für Wortarten (Substantiv, Adjektiv, Verb…), Satzglieder (Subjekt, Prädikat, Objekt…), Zeiten (Präsens, Imperfekt, Futur…) und vieles andere stammen aus dem Lateinischen. Mittels dieser Begriffe wird eine Sprache durchschaubar. Dieses Verständnis gilt nicht nur für Latein oder die anderen Fremdsprachen, sondern auch für die Muttersprache. Empirische Studien belegen immer wieder, dass Lateinschüler ihre Muttersprache sicherer beherrschen und sich dadurch verstärkt differenziert und adäquat ausdrücken können. Sie erhalten somit ein vielfältigeres Sprachgefühl auch für die deutsche Sprache. Aber Latein ist neben dem besseren Verständnis im Deutschen auch eine ideale Brücke zu anderen europäischen Sprachen. Sie ist die Wurzel des Sprachenbaumes der romanischen Sprachen (Französisch, Spanisch, Italienisch). Betrachtet man ausschließlich das Vokabular, leiten sich vielzählige Wörter im Englischen und Deutschen aus dem Lateinischen ab. Der lateinische Grundwortschatz bietet aber auch ein Verständnis in der internationalen wissenschaftlichen Fachsprache (Medizin, Naturwissenschaften, Rechtswissenschaften, Sprach- und Kulturwissenschaften). Aber auch in Studienfächern, in denen das Latinum nicht mehr gefordert wird, wird der Vorteil durch das Erlernen von Latein von vielen ehemaligen Schülern stets hervorgehoben.

Für wen ist der Lateinunterricht geeignet?

  • sprachlich begabte Schüler (Verständnis des Lateinischen Satzes und Übertragung ins Deutsche)
  • analytisch veranlagte Schüler (Wortendungen erkennen und diese in den Kontext des Satzes setzen)
  • fremdsprachlich eher weniger kommunikative Schüler (Unterrichtssprache ist Deutsch)
  • von der Antike faszinierte Schüler (Mythologie, Römisches Reich, Philosophie)
  • fleißige und ausdauernde Schüler (Geduld ist eine Tugend, denn nicht jede schnelle Übersetzung ist auch eine exakte Übersetzung)

Auszug aus den Themenbereichen

Römische und griechische Sagen

  • Gründung Roms (Romulus und Remus, Raub der Sabinerinnen)
  • Troia, Urteil des Paris, Raub der Helena, Helden der Griechen (Odysseus, Herkules, Achill)
  • Mythologie (Olympische Götter, Titanen)

Philosophie

  • Was ist ein glückliches Leben? (Seneca)
  • Zeit sinnvoll nutzen? (Seneca)
  • Wie sollte ein Staat aufgebaut sein? (Cicero)
  • Was ist Freundschaft? (Cicero)
  • Was ist Liebe? (Ovid)

Alltagsleben im antiken Rom

  • Gladiatorenkämpfe
  • Wagenrennen im Kolosseum
  • Religiosität

Römische Geschichte

  • Roms Eroberung der Mittelmeerwelt
  • Caesar und die Eroberung Galliens
  • Octavian (Augustus) und der Bürgerkrieg
  • Das Christentum im Römischen Reich

Erwerb des Latinums an der Ecole

Neben dem Kleinem Latinum und Großen Latinum ist der bundesweit typische Nachweis das Latinum. Das Latinum ist an deutschen Universitäten für viele geisteswissenschaftliche Studienfächern die Grundvoraussetzung und in anderen wissenschaftlichen Studien werden noch funktionale Lateinkenntnisse erwartet. Dabei muss das Latinum bzw. die funktionalen Lateinkenntnissen bei nicht schulischem Erwerb bis zum Bachelor oder zur Zwischenprüfung nachgewiesen werden.             
Das Besondere an der Ecole ist, dass Schülerinnen und Schüler das Fach Latein
bereits in Jahrgang 8 (ohne zusätzliche Lerninhalte) statt in Jahrgang 9 wählen können.
Dadurch geben wir den Schülern ein Jahr länger Zeit, Grundlagen der lateinischen Kultur, der Grammatik und des Sprachverständnisses zu erlernen, um das Latinum erfolgreich sowie für sich selbst gewinnbringend zu erwerben.         
In der nachfolgenden Tabelle wird aufgezeigt, welche staatlichen Voraussetzungen für die verschiedenen Nachweise gefordert werden:

 

Das Kleine Latinum wird erworben bei

Das Latinum wird erworben bei

Das Große Latinum wird  erworben bei

Durchgängiger Unterricht ab Schuljahrgang 9

 

(an der Ecole ab Jahrgang 8)

 

mindestens 10 Punkten in zwei aufeinander folgenden Kurshalbjahren, davon mindestens 05 Punkten im jeweils späteren Kurshalbjahr

mindestens 10 Punkten im 3. und 4. Kurshalbjahr, davon mindestens 05 Punkten im 4. Kurshalbjahr

mindestens 10 Punkten im 3. und 4. Kurshalbjahr, davon mindestens 05 Punkten im 4. Kurshalbjahr und 20 Punkten des vierfach gewichteten Ergebnisses des Abiturprüfung auf erhöhtem Anforderungsniveau